Ein spannender Preis für die Klasse 6a: Auf den Spuren der Wildkatze

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(nba /eh) An so einen außergewöhnlichen Unterrichtstag werden sich die Schülerinnen der Klasse 6a noch gerne erinnern! Für sie hieß es am Donnerstag den 18. Oktober- anstatt die Schulbank zu drücken- mit Wanderausrüstung und Brotzeit in die Schule zu kommen. Ein besonderes Dankeschön-Geschenk erwartete sie vom BND für das beste Spendenergebnis bei der im Frühling durchgeführten Haus- und Straßensammlung.   
Zuerst ging es mit ihrer Biologielehrerin Heraldine Engelmann und der Biologin Sabine Jantschke aus Eibelstadt in die Aula unserer Schule.
Dort befand sich die vom BND aufgestellte Wildkatzenausstellung. Diese Ausstellung bietet auf zehn Tafeln Einblick in das Leben der Wildkatze mit ihrer Geschichte, ihren Eigenheiten und ihrem Lebensraum. Außerdem gibt es ein Tierpräparat und anschauliches Informationsmaterial.
Anhand des Präparats, der Bilder und Schautafeln erarbeiteten die Schülerinnen in Gruppen die körperlichen Merkmale der Wildkatze, deren Lebensweise sowie den Schutz dieses auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuften Einzelgängers.
Als wissenswert vermittelt wurde außerdem, dass die Europäische Wildkatze keine verwilderte Hauskatze ist. Diese stammt nämlich nicht von der Wildkatze, sondern von der ägyptischen Falbkatze ab. Haus- und Wildkatze sind zwar verwandt, aber gehören zu verschiedenen Arten.
Zum Schutz der Wildkatzen werden Bäume und Büsche als Wildkatzen-Korridore in Ackerflächen gepflanzt, sowie Grünbrücken über Autobahnen und Wildkatzentunnels angelegt.
Anschließend ging es in den Wald am Geiersberg, um dort den „Wildkatzenrucksack“ kennen zu lernen. Der Rucksack beinhaltet eine umfangreiche Material-Sammlung spannender Spiele und Aktionen rund um die Wildkatze. Mitten im Wald, auf Baumstämmen sitzend, wurde den Mädchen der Lebensraum dieser „Waldkatze“ vorgestellt. Anschaulich, kurzweilig und durchwegs spannend erläuterte Sabine Jantschke, wie wichtig für das scheue Tier arten-und abwechslungsreiche Mischwälder mit dicken und dünnen Bäumen, Totholz und Unterwuchs mit Lichtungen und Dickicht seien. Solche „unordentlichen“ Wälder bieten Versteckmöglichkeiten am Boden und zudem genügend Mäuse, die bevorzugte Jagdbeute. Aber auch heckenreiche Säume am Waldrand zählen zu den Lieblingsplätzen der Katze. Anhand verschiedener Tierbilder sollten die Schülerinnen herausfinden, woraus die Nahrung besteht.
Mit einem Seilspiel wurde ein Ökonetz dargestellt, wodurch verdeutlicht wurde, dass in einem alten, strukturreichen Wald alles miteinander eng verzahnt ist und das Ökosystem instabil wird, wenn einzelne Teile wegfallen. Die Schülerinnen konnten auf diese Weise spielerisch lernen, dass die Arten voneinander abhängig sind und dass sich nur in natürlichen unbewirtschafteten Wäldern die ursprüngliche Artenvielfalt voll entfalten kann. Denn wo die Wildkatze lebt, fühlen sich auch andere Arten wohl; deshalb eignet sich die Wildkatze so gut als „Zielart“ des Naturschutzes.
Ob sich Wildkatzen in einem Gebiet aufhalten, kann mithilfe sogenannter Lockstöcke festgestellt werden. Das sind mit Baldrian besprühte Holzpflöcke.  Katzen lieben Baldrian. Reiben sie sich an den Stöcken, bleiben ihre Haare hängen. Anhand von Genanalysen kann rekonstruiert werden, ob und wieviele Wild- oder Hauskatzen sich daran gerieben haben.
In einem weiteren Versuch bekamen die Schülerinnen Baldrian zu riechen. Mit verbundenen Augen sollten sie dann aus den vier Düften Baldrian, Zitrone, Zimt und Fichtenharz den Baldrian erkennen.
Am selben Tag fand am Nachmittag zudem in der Aula unserer Schule eine Veranstaltung für Lehrer statt, betitelt „Auf leisen Pfoten unterwegs – BUND Naturschutz präsentiert Umweltbildung – Rucksack und Ausstellung zur Wildkatze“ ebenfalls geführt von der Biologin Sabine Jantschke.


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